Winterliche Dekoration
Schilfwedel, Samenstände und vertrocknete Stauden haben ihren eigenen Charme.
Willkommen in der Hexenküche!
Im Naturgarten sind chemische Schädlingsvernichter tabu!
Wir müssen also wieder Spinnenbein, Krötenhaut und bei Vollmond gesammelte Hexenkräuter in einem Kessel zum Brodeln bringen.
Der schwarze Kater hält die Elfen und Kobolde von Unsinn ab, während wir den Zauberstab schwingen.
"Schneckenschleim und Fliegenei,
Im Mondschein tanzen sie herbei.
Magie webt ihr Geheimnis ein,
Entfalte sich, der Zauberreim".
Im Ernst: Diese pflanzlichen Rezepte kriegt jede Anfängerhexe hin.
Die Wühlmäuse werden umziehen, die Nacktschnecken auswandern. Kaffee gibt es ab jetzt schwarz, weil wir die Milch gegen Braunfäule versprühen.
Zum Glück gibt es in der Natur viele Pflanzen mit erstaunlichen Wirkungen.
Diese Naturrezepte setze ich in meinem Gemüsegarten ein. Sie funktionieren wirklich! Hexenehrenwort!
Die braune Plage frisst Löcher in meinen Salat. Eine in Vinaigrette eingelegte Ackerschnecke hat es sogar bis auf meinen Salatteller geschafft. Igitt!
Als die Viecher über Nacht meinen am Schlafzimmerfenster vorgezogenen Basilikum verspeist haben, drängte die Wut meine Prinzipien der Gewaltlosigkeit in die hinterste Gehirnecke.
Zerschneiden, Bierfalle, Schneckenkorn. Nein! Krieg dich wieder ein!
Oma hatte da doch eine Jauche!
Das ist das Rezept! Wenn ihr diese schleimige, stark riechende Jauche zwischen euren Gemüsepflanzen verteilt, vergeht den Tieren der Appetit und sie nehmen Reisaus!
Alle Zutaten klein schneiden,
mit Wasser bedecken und
luftdurchlässig abgedeckt zwei bis drei Wochen ziehen lassen.
Dann durch ein grobes Sieb gießen oder
die Brühe mit den Pflanzenteilen zwischen den Gemüsepflanzen oder Zierpflanzen im Beet verteilen.
Wenn der Geruch nachlässt neue Jauche aufbringen.
Auch Kerbel und Borretsch im Gemüsebeet sollen Schnecken vom Salat und von den Erdbeeren fern halten. Dann aber bitte die blauen, hübschen Blüten ernten und mit ihnen den Salat verschönern (Essbare Blüten), ansonsten versamt sich der Borretsch so sehr, dass er richtig lästig werden kann.
Geheimtipp: Meinen kantigen Miscanthusmulch aus geschreddertem Chinaschilf mögen die Schnecken überhaupt nicht! Das wäre mein wirksamster Anti-Schnecken-Tipp!
Wahrscheinlich ist Basilikum für Nachtschnecken so anziehend, wie das Magnet-Schienenetz für die Transrapid-Schwebebahn.
Da hat nicht einmal die Rhabarber-Jauche geholfen.
Der Basilikum hat jetzt einen Schneckenkragen aus Stahl!
Pilze sind geheimniskrämerische Wesen. Nicht Pflanze und nicht Tier und doch lebendig. Sogar potentiell unsterblich!
Es gibt Hallimasch Pilze, die 2400 Jahre alt sind, und keine Gelenkschmerzen haben.
Selbst der Schimmel ist ein Geheimnisgräber! Man sieht den grauen Belag nur an einer Seite des Brotes. Aber du darfst es nicht mehr essen. Wegen der unsichtbaren Myzelen. Das verflochtene Fasernetzwerk zieht sich durch den gesamten Laib.
Pilze können im Wurzelbereich Lebensgemeinschaften mit unseren Gartenpflanzen bilden. Pilze können unsere Nahrungspflanzen auch befallen und quälen.
Die schmierigen weißen Mehltau-Flecken auf den Zucchini-Blättern. Der Birnengitterrost, der den Birnenbaum so schwächt, dass er nicht trägt. Die Zweigmonila, die der junge Aprikosenbaum nicht überlebt hat.
Dieser Pilzschutz-Tee wirkt vorbeugend! Du musst also schneller als der Pilz sein!
3 mittlere Zwiebeln, ungeschält in Achtel geschnitten,
5 Knoblauchzehen, in der Mitte zerteilt,
200 g Rainfarnblätter und -Stile werden in ca. 3 cm lange Stücke geschnitten und
200g Ackerschachtelhalm wird in 3 cm große Stücke geschnitten.
Alle diese Zutaten in einen großen Topf geben und mit zwei Liter kochendem Wasser übergießen und fünf Stunden stehen lassen.
Die Mischung dann durch ein Sieb abgießen und mit ca. 15 g abgehobelter Kernseife mischen. (Einfach mit der Küchenreibe etwas Kernseife in die Mischung reiben und rühren bis sie sich aufgelöst hat).
Den Pilzschutz-Tee gibt man dann in eine Spritzflasche (in eine sehr gut ausgespülte Plastikflasche von Glasreiniger zum Beispiel oder in eine Glasspritzflasche).
Pilzgefärdete Pflanzen können jetzt dünn mit dem Pilzschutztee besprüht werden.
Ich verwende den Tee im Frühjahr vor dem Blattaustrieb bei meinem Nektarinenbäumchen und bei dem Pfirsichbaum und bei meiner einen nicht pilzresistenten Weinpflanze.
Auch Buchs mit gelblichen Blättern bekommt eine Sprühkur mit dem Tee.
Bei empfindlichen Rosen soll er ebenfalls helfen.
Vielleicht verraten uns die Pilze eines Tages noch ihr Geheimnis der Unsterblichkeit.
Endlich! Keine angeknabberten Möhren mehr! Der Frühlingsgarten blüht. Mensch, die rosa Tulpen sind ja doch mehrjährig. Keiner knabbert mehr die Rinde der Obstbäume ab.
500 g Holunderblätter, klein geschnitten
5 l Regenwasser
Die Zutaten in einem Eimer verrühren
Der Eimer wird abgedeckt und schattig gestellt und
die Blätter dürfen 3 Wochen zu Jauche werden.
Zwischenzeitlich umrühren.
Anschließend wird die Flüssigkeit
unverdünntmit einer kleinen Gießkanne direkt in die Wühlmauslöcher gegossen
Eine Ablenkfütterung mit Topinambur soll die Mäuse von den Möhren fern halten
Eine Gartenkatze hilft auf jeden Fall
Drahtkörbe können Zwiebelpflanzen schützen
Ein Gitterdraht unter Hochbeete schützt Wurzelfrüchte
Maulwurf einladen (Der Maulwurf frisst den Wühlmausnachwuchs)
Diese Jauche soll die Möhrenfliege vertreiben, die Mai bis Juni und August bis September ihre Eier in die Erde neben die Möhren legt. Die Larven fressen zunächst die Wurzeln der jungen Möhren und später Gänge in das Wurzelgemüse.
Um die erwachsenen Fliegen von der Eiablage abzuhalten, gibt man ab Anfang Mai diese Jauche auf die Erde neben den Möhren.
Zwiebel und Knoblauchzehen mit einem Liter Wasser ansetzen und
3 Wochen zu einer Jauche vergären lassen.
Dann unverdünnt im Beet verteilen.
Auch Zwiebeln und Knoblauch (direkt neben den Möhren gepflanzt) soll die Gemüsefliege fern halten.
Am besten funktioniert allerdings ein jedes Jahr wiederverwertbares Gemüsenetzt mit feinen Maschen, das über Drahtbögen über die Möhren gespannt werden kann.
Das Netz sollte im Mai befestigt werden und kann dann bis zur Ernte an Ort und Stelle bleiben.
Wenn Ameisen zum Problem werden kann man mit diesem Kräutertee versuchen sie zum Umziehen zu bewegen.
Zugegeben wir reden über einen Tropfen auf dem heißen Gartenweg.
je 100 g frisches Kraut von Salbei, Oregano und Thymian
1 l kochendem Wasser.
Kräuter mit dem kochenden Wasser übergießem
Dieser Tee darf dann fünf Stunden ziehen.
In einer Gießkanne mischt man dann diesen Tee und weiter zwei Liter kaltes Wasser.
Danach wird die Mischung auf Ameisennester und Ameisenstraßen gegossen.
Man muss mehrfach gießen und die Wirkung ist eher schwach...
Kohlweißlinge sind hübsche weißlich, gelbe Schmetterlinge mit schwarzen Punkten, die als Puppe überwintern und ab März im Garten zu beobachten sind.
In manchen Jahren sehe ich ganz viele, und dann wieder muss man lange warten um überhaupt ein Tagfalter zu sehen.
Sie legen ihre Eier gerne auf Kohlpflanzen ab. Die grünen Larven des kleinen Kohlweißlings und die gelb-schwarzen Raupen des großen Kohlweißlings fressen die Blätter von Rosenkohl, Weißkohl, Rotkohl, Kohlrabi und Brokkoli.
Sie dringen sogar in die Kohlköpfe ein.
Mischkultur und geruchsintensive Kräuter in den Beeten sollen die Falter etwas von den Pflanzen fern halten.
Man kann auch die Blattunterseiten regelmäßig absuchen und die kleinen gelben Eierhaufen und auch die Raupen selber mit den Händen absammeln.
Das ist nicht so mein Ding, weil ich (so sehr ich Schmetterlinge liebe) die haarigen Raupen nicht gern anfassen mag. Sie sind aber vollkommen ungiftig für uns.
Man kann Tomatenblätter zum Mulchen verwenden, oder diese Tomatenjauche verwenden, die anscheinend ganz gut funktioniert:
300g Tomatenblätter, die beim Ausgeizen der Tomaten anfallen, kleingeschnitten
3 Liter Regenwasser
Tomatenblätter mit Regenwasser übergießen
die Mischung über 2-3 Wochen verjauchen lassen.
Mit einer Gießkanne wird diese Jauche 1:10 verdünnt ab Juni über die Kohlpflanzen gegossen.
Nach einem Regenguss muss nachbehandelt werden.
Gegen den Kohlweißling helfen übrigens ebenfalls am besten Gemüseschutznetze, die den Tagfalter abhalten.
Die Schmetterlingsraupen mögen auch gerne Kapuzinerkresse, und die dürfen die Raupen bei mir fressen, sie wächst weit weg von den Kohlbeeten unter den kleinen Apfelbäumen.
Die schlechte Nachricht ist, ihr müsst den Kaffee ab jetzt schwarz trinken.
Die Gute Nachricht: Das ist ein ganz einfaches und wirkungsvolles Mittel gegen Braunfäule.
Braunfäule entsteht dadurch das im Boden oder im Regenwasser vorkommende Pilze die Blätter und Früchte der Tomaten befallen.
Der Pilzbefall lässt die Blätter braun und welk werden und bei einem Befall der Früchte sind auch die Tomaten nicht mehr genießbar.
Der Pilz hat beste Wachstumsbedinungen bei Feuchtigkeit (zum Beispiel auf nassen Blättern nach einem Regenguss) und warmem Wetter.
Ich ziehe jedes Jahr Freilandtomaten (weil ich finde dass die sonnengereiften Früchte noch besser als Gewächshausfrüchte schmecken) an der Nähe der Hauswand.
Ich grabe beim Einpflanzen der Tomaten einen Tontopf direkt neben den Wurzelbereich, dessen Rand ca. 3 cm übersteht. die Tomaten gieße ich über diesen in das Erdreich eingelassen Topf, so spritzt das Wasser nicht vom Boden auf die Blätter. Und ich mulche den Boden um die Tomaten.
Außerdem verwende ich 1 x pro Woche diese Mischung aus H-Milch (1,5%Fett) 1:1 mit Leitungswasser gemischt in eine Sprühflasche gefüllt auf die Tomatenblätter aufgesprüht. Gerne sprühe ich an einem windigen Tag, dann trocknet die Milch schnell ein.
Im Frühling und bis zum Frühsommer können Blattläuse sich in manchen Jahren ganz extrem vermehren.
Oft verschwinden sie ohne unser zutun so schnell wie sie gekommen sind auch wieder. Meisen lieben Blattläuse und Marienkäferlarven machen sich über die kleinen, schwarzen Pflanzensauger her.
Blattläuse auf Rosen kann man zum Beispiel mit dem Gartenschlauch abspritzen.
Bei einem ganz extremen Befall hilft dieser Rainfarn- Schachtelhalmtee.
Rainfarn enthält den giftigen Stoff Thujon, dieser lässt die Blattläuse absterben, daher diesen Tee nur anwenden, wenn wirklich notwendig!
100 g frische Rainfarnblüten oder 20 g getrocknete Blüten mit
50 g Ackerschachtelhalm
1 Liter kochendes Wasser
Die Kräuter mit dem kochenden Wasser übergießen und
bis zum nächsten Tag ziehen lassen.
Die Lösung durch ein dünnes Sieb gießen (Sieb nur als Gartenwerkzeug nutzen, Rainfarn enthält auch für uns Menschen schädliche Stoffe!)
Den Tee in eine Spritzflasche geben und direkt auf die Blattläuse aufsprühen.
Rainfarntee wirkt auch gegen Zwiebelfliegen, Lauchmotten, und Wurzelläuse.
Da wir im Naturgarten aber auch den Insekten einen Lebensraum bieten wollen, finde ich dass Rainfarntee zurückhaltend eingesetzt werden sollte.
Einfach einige Ringelblumen im April mit in die Beete sähen und auch die hübschen orangen Tagetes (Studentenblumen) mitten in die Gemüsebeete pflanzen.
Beide Blumen halten Fadenwürmer und Nematoden von unseren Gemüsepflanzen fern.
Der Ackerschachtelhalm gehört zu den Urzeitpflanzen und wird zu den Farnen gezählt. Er ist reich an Mineralstoffen, Spurenelementen und einer Reihe organischer Säuren vor allem weist er einen hohen Gehalt an Kieselsäure auf.
Wirksam ist er gegen verschiedene Pilzkrankheiten.
Gesammelt wird von Mai bis August die ganze Pflanze ohne Wurzeln.
Sie werden zur Herstellung frischer und vergorener Jauche verwendet.
Gesammelt wird die Ganze Pflanze vor der Blüte (von Mai bis Juli).
Gesammelt werden von Frühjahr bis Herbst die Blätter .
Die stark riechende Ringelblume ist ein gesundheitsförderndes Mittel für alle Kulturpflanzen besonders Tomaten und Kohlgewächse.
Gesammelt wird die ganze Pflanze allerdings ohne Samen.
Salbei ist ein Halbstrauch, aus der Mittelmeerregion . Die Blätter enthalten ätherische Öle.
Gesammelt wird die ganze Pflanze, der Wirkstoffgehalt ist jedoch vor der Blüte am höchsten.
Die Blüten der Schafgarbe enthalten ein keimhemmendes, ätherisches Öl.
Außerdem enthält sie Kieselsäure und Kali.
Gesammelt werden die Blütenstände von Juni bis September.
Der Geruch der Tagetes vertreibt viele Fliegenarten.
Die Pflanzen kann Fadenwürmer und Nematoden vernichten Von den Tageteswurzeln ausgeschiedene Terthiopene locken die Nematoden an. Dringen diese in die Wurzel ein, ändert die Pflanze die chemische Zusammensetzung und tötet die Nematoden.
Der Gartenthymian stammt aus Südeuropa. Die Blätter enthalten ätherische Öle.
Gesammelt werden von Juni bis August die Blüten und das Kraut.
Die verschiedenen Allium-Arten verfügen aufgrund ihrerschwefelhaltiger ätherischer Öle über desinfizierende und keimhemmende Wirkung.
Schalen oder ganze Zwiebeln werden zur Jauche angesetzt. Gehackte Knoblauchzehen als Tee aufgegossen.
Ich hoffe, auch in eurer Hexenküche hat es gezischt und gebrodelt. Vielleicht habt ihr euch den einen oder anderen Tipp in euer Zauberbuch übertragen?
Ihr seht: Schädlingsbekämpfung im Naturgarten ist kein Hexenwerk!
Wie schützt ihr euren Gemüsegarten vor uneingeladenen Mitessern? Welche Tipps habt Ihr sonst noch?
Ich bin gespannt auf Eure Kommentare!
Herzliche Grüße
Eure Marion
Schilfwedel, Samenstände und vertrocknete Stauden haben ihren eigenen Charme.
Wolltest du schon immer einmal Polarlichter sehen? Dieses Jahr bietet uns eine besonders spektakuläre Gelegenheit, Nordllichter zu beobachten, und das sogar hier bei uns in Deutschland. Grund dafür ist die verstärkte Sonnenaktivität. Alle 11 Jahre erreicht der Sonnenzyklus sein Maximum, was zu vermehrten Sonnenstürmen führt. Diese Sonneneruptionen...
Es riecht nach italienischer Pastasoße.